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Kleine Helfer im Alltag

Nachfolgend finden Sie ein paar Tipps für den Alltag. Gerade nach einer kardiologischen Erkrankung ist es wichtig wieder richtig fit zu werden.

Empfehlungen für den Saunabesuch - Dürfen Herzpatienten starken Wärmebelastungen ausgesetzt werden?

"Wer zur Sauna gehen kann, darf auch in die Sauna gehen." Dieses finnische Sprichwort weist darauf hin, dass die Wärmebelastung in der Sauna nicht so hoch ist wie allgemein angenommen. Trotzdem sollten Herzpatienten vorsichtig sein.

Viele Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen trauen sich nicht in die Sauna, weil sie glauben, die hohen Temperaturen nicht zu vertragen. Stattdessen nehmen sie lieber ein warmes Bad. "Doch Wannenbäder können aufgrund des hydrostatischen Drucks den Kreislauf viel stärker belasten als die trockene Sauna", erklärte Prof. Dr. Eberhard Conradi, ehemaliger Direktor der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Charité Berlin und Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes. Während eine Schweißverdunstung in der Badewanne nicht möglich ist, sind die hohen Temperaturen von bis 80-90°C in der Sauna aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit gut verträglich, weil der Körper ungehindert schwitzen und dadurch abkühlen kann.

Conradi betonte, dass daher in der Sauna nur eine milde Form der Körpererwärmung vorliegt, die eigentlich keiner ärztlichen Überwachung bedarf. Die Herabsetzung des peripheren Kreislaufwiderstands entlastet das Herz und es kommt kaum zu einer Erhöhung des Schlagvolumens. Die Körpertemperatur steigt höchstens um 1°C.

Nach Herzinfarkt kontraindiziert

Dennoch sollten Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen einige Regeln beachten. In den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt ist die Sauna tabu, ebenso bei anderen schweren kardiovaskulären Erkrankungen (Erkrankungen, die vom Gefäßsystem und/oder vom Herzen ausgehen/ Zivilisationskrankheiten), z.B. einer instabilen Angina pectoris. Danach sollte man die Entscheidung von der "Saunaerfahrung" des Patienten abhängig machen. Zusätzlich kann das Belastungs-EKG eine Entscheidungshilfe darstellen: Der Patient sollte 75 Watt schaffen.

Generell wird Patienten mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, aber auch allen Saunaanfängern empfohlen, allzu hohe Temperaturen auf der obersten Bank zu meiden und nicht so lange in der Sauna zu bleiben. Empfohlen werden zehn bis zwölf Minuten. Aufpassen müssen die Patienten auch beim Abkühlen: Dies sollte gliedweise unter der Dusche erfolgen. Das Tauchbecken ist für Herzpatienten tabu, weil es dort zu einer starken Vasokonstriktion (Gefäßverengung) und dadurch zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg kommen kann.

Quelle: Aktuelle Medizin, Dr. J. Neumaier


Zusammenfassung

1. Kein Saunieren in den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt oder anderen schweren kardiovaskulären Erkrankungen

2. Voraussetzung: mind. 75 Watt beim Belastungs-EKG

3. Je Saunagang ca. 10-12 min. bei 80-90°C, hohe Bänke und Aufguss-Nähe meiden

4. Vorsicht beim Abkühlen: KEIN Tauchbecken, und beim Duschen langsames „Rantasten“ zur Vermeidung von Gefäßverengung und plötzlichem Blutdruckanstieg, kalter Guss bewirkt plötzlichen Blutdruckanstieg

5. Vorteile gegenüber Badewanne:
- Schweißverdunstung ist gut möglich durch die niedrige Luftfeuchtigkeit, der Körper kann ungehindert schwitzen und dadurch abkühlen (Körpertemperatur steigt höchstens um 1°C)
- kein hydrostatischer Druck (Folge: Blutdruckanstieg durch Wasserdruck)

6. Generell empfehlenswert: Rücksprache halten mit dem behandelnden Arzt (Internist, Kardiologe)

Kleine Medikamentenkunde - Herzkreislauf-Medikamente kurz und verständlich erklärt

Ein Überblick über die wichtigsten für Sie relevanten Medikamentengruppen und das entsprechende Wirkprinzip (alphabetisch geordnet)

ACE-Hemmer
(Angiotensin-Conversions-Enzym-Hemmer)
Die Wirkstoffe hemmen ein körpereigenes Enzym, welches bedeutsam zur Bildung von Angiotensin II beiträgt.
Angiotensin II = Hormon, verengt die Blutgefäße, bewirkt somit Blutdruckerhöhung.
Der i.d.R. gut verträgliche ACE-Hemmer senkt also den Blutdruck, erleichtert den Blutfluss und entlasten somit das Herz. Deswegen werden sie mittlerweile auch bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) eingesetzt.

Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane)
Dieser "Gegenspieler" verringert die Wirkung vom oben genannten Angiotensin II, was somit ebenfalls eine Senkung des Blutdrucks und eine Blutgefäßerweiterung bewirkt. Dieses Medikament stellen je nach Verträglichkeit eine Alternative zu den ACE-Hemmern dar.
 
Antiarrhythmika
Antiarrhythmika werden bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt. und beeinflussen durch ihre Variantenvielzahl in den unterschiedlichsten Weisen die Herstellung und Weiterleitung der elektrischen Erregungen im Herzen. Ihr Arzt berücksichtigt je nach Herzerkrankungsbild und dessen Schwere bei der Behandlung mit Antiarrhythmika u.a. Häufigkeit und Intensität der Rhythmusstörungen.

Betablocker
Betablocker blockieren die Beta-Rezeptoren am Herzen und an den Gefäßwänden. Des Weiteren hemmen sie somit die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch wird die Herzfrequenz verlangsamt und die Kraft der Herzmuskelkontraktion bzw. die Pumpleistung verringert, damit das Herz geschont wird. Die Blutgefäße werden erweitert. All diese Effekte sind hilfreich bei der Therapie von koronaren Herzkrankheiten (KHK), Bluthochdruck und vielen Arten von Herzrhythmusstörungen. Seit einiger Zeit werden Betablocker in niedriger Dosierung auch zur Behandlung von Herzinsuffizienz eingesetzt, was vorübergehend eine verminderte körperliche Belastung für den Patienten bedeuten kann.

Calciumantagonisten
Calciumantagonisten erweitern sowohl Blutgefäße als auch die Koronararterien. Die Koronararterien werden somit besser durchblutet und der Herzmuskel als Folge besser mit Sauerstoff versorgt. Das Herz wird entlastet und der Blutdruck gesenkt. Daher eignet sich der Einsatz der Calciumantagonisten besonders bei koronaren Herzerkrankungen und bei Bluthochdruck.

Diuretika
Diuretika sorgen für gesteigerte Wasser- und Salzausscheidung über die Niere. Die Flüssigkeitsmenge im Blutkreislauf wird deutlich verringert und der Arteriendruck sinkt signifikant. In der Regel bedeutet das, dass der Patient häufiger "Wasser lassen" muss. Diuretika werden in der Langzeitbehandlung unter ständiger Beobachtung des Mineralstoffhaushaltes (allen voran Kalium und Natrium) eingesetzt.

Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien)
Gerinnungshemmer verzögern die Blutgerinnung. Dies geschieht durch das Herabsetzen der körpereigenen Produktion bestimmter Gerinnungseiweiße, wodurch die Gerinnungszeit exakt gesteuert verlängert und die Entstehung von unerwünschten blutgefäßverstopfenden Gerinnseln/ Thromben verhindert wird.
Wichtig dabei ist die genaue Einstellung der Hemmung der Blutgerinnung durch Medikamente.
Häufige und regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung sind daher unerlässlich.

Nitrate
Durch den Einsatz von Nitraten werden die Gefäße erweitert und das Herz merklich entlastet. Der Sauerstoffbedarf des Herzen wird deutlich vermindert, und somit die Sauerstoffsättigung bzw. die Versorgung der Herzmuskulatur verbessert.
Die Wirkung setzt bei den meisten Präparaten sehr schnell ein, daher gibt es sie oft auch als Spray und als Zerbeiß-Kapsel, welche man idealerweise in einer Notsituation (Angina Pectoris) schnell selbst verabreichen kann, was eine verbesserte Blutversorgung des Herzens bewirkt. Es sind aber auch langsam wirkende Nitrate erhältlich, welche man in der Dauertherapie einsetzt. Diese sollen beschriebene Notsituation schon präventiv verhindern. In bestimmten Fällen werden Nitrate unterstützend bei chronischen Herzinsuffizienz eingesetzt.

Thrombozytenaggregationshemmer
Thrombozytenaggregationshemmer verhindern die Verklumpung von Blutplättchen. Insbesondere soll das Wachstum von Blutgerinnseln bzw. Thromben in den Schlagadern verhindert werden. Solche Gerinnsel können gegebenenfalls die Arterien verstopfen was die Versorgung der lebenswichtigen Organe erschweren kann bis hin zur Lebensgefahr. Zumeist werden Thrombozytenaggregationshemmern präventiv zur Vorbeugung von Durchblutungsstörungen (Herzinfarkt, Schlaganfall,...) eingesetzt.

 

Was ist bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten?

Besonders wichtig ist, die Medikamente so einzunehmen, wie sie verordnet wurden. Wenn Medikamente unregelmäßig genommen oder eigenständig abgesetzt werden kann dies unangenehme Folgen nach sich ziehen, z.B. dass der Blutdruck oder der Cholesterinspiegel nicht ausreichend sinkt oder dass die Herzfrequenz zu hoch ist.
Sollten Sie die Einnahmen einmal vergessen haben, verändern Sie bitte nicht die Dosierung, sondern bleiben genau bei der mit dem Arzt besprochenen Einnahme und klären gegebenenfalls ab, wie man weiter vorgehen sollte.

Nehmen Sie die Medikamente mit einer ausreichend großen Menge Flüssigkeit ein, im Idealfall mit Wasser, da andere Flüssigkeiten die Wirkung des Medikaments beeinflussen können.

Des Weiteren sollte jeder behandelnde Arzt stets über alle Medikamente informiert werden, die eingenommen werden (auch rezeptfreie). Manche Medikamente sind nicht mit anderen verträglich.

Oft sind Patienten durch das Lesen der Packungsbeilagen irritiert, da die aufgeführten Nebenwirkungen oft den Eindruck erwecken, dass das Medikament eher schadet als das es hilft. Da diese Nebenwirkungen i.d.R. schnell abklingen bzw. bei den wenigsten Patienten gar erst auftreten, und zumeist auch nur wenige der genannten Nebenwirkungen, sollte man die Beilagen zwar ernst nehmen, aber auch nicht gleich Angst vor dem Medikament entwickeln. Es sollte einem bewusst werden, dass der Nutzen gegenüber den eventuellen Risiken bei der Einnahme des Medikaments überwiegt.

Da der Patient die Wirkung des Medikaments, welches oft präventiv gegen beispielsweise Herzinfarkt oder Schlaganfall eingreift, zumeist gar nicht bemerkt (Bsp. Blutdruck, Cholesterinspiegel), sollte man besonders darauf achten, dass man die Medikamente genauso einnimmt, wie es der Arzt empfohlen hat. Selbst im Falle des Eintretens von Nebenwirkungen oder falls das Medikament nicht mehr wie erwartet wirkt, sollte eine Dosisänderung stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Beachten Sie neben den Hinweisen des Arztes oder des Apothekers die Hinweise des Beipackzettels, wie und wann das Medikament einzunehmen und wie es zu lagern ist. Sollten dann noch Fragen bestehen, so wenden Sie sich an Ihren Arzt oder den Apotheker.

Sport bei Herzkreislauferkrankungen

Hier erhalten Sie ein kurzes Manual darüber, wie und welchen Sport Sie mit einer Herz-Kreislauferkrankungen am Besten machen können.